Bonn redet nach seinem Munde: Tausende von Politikern, Wirtschaftlern und Lobbyisten sind bereits durch die Rednerschule des Peter H. Ditko gegangen. Gerade Newcomer auf dem politischen Parkett haben die Chance genutzt, sich an der 'Bonner Rednerschule' den letzten Schliff für Diskussion und Vortrag zu holen. Vorwort Doch kein Streit, keine Auseinandersetzung kann fruchtbar sein, wenn das, um was es geht, sich dem Publikum weitgehend nicht mehr erschließt, weil es entweder unter die Kategorie »Sprechblase und Allgemeinplatz«, fällt oder unter der Rubrik »Kanzleideutsch« abgeheftet werden kann. Beides ist einer klaren Aussage abträglich. Beides ist aber auch furchtbar langweilig. Das Dilemma kennt jede gute Redenschreiberin und jeder gute Redenschreiber aus der Praxis. Da geht es nicht nur darum, möglichst nicht eine allgemeine theoretische Abhandlung zu schreiben, sondern das, was über die Zuhörerinnen und Zuhörer »hereinbricht«, soll klar und allgemein verständlich sein und - Tribut an eine Gesellschaft, die die Soziologie längst als »Erlebnisgesellschaft«, beschreibt - die zentrale Motivlage des erlebniszentrierten« Menschen treffen: die Sehnsucht nach »psychophysischen Ereignissen«. Man kann diese Forderung - wie die Autoren dieses Buches es tun als das Bedürfnis nach »Erlebnisrhetorik« bezeichnen, man kann sie aber auch als die Einlösung eines uralten Anspruchs an die Kunst der Rede sehen: des Anspruchs an die Ästhetik des gesprochenen Wortes. Die Autoren stellen den Zusammenhang implizit selbst her, wenn sie schildern, wie Cicero einmal davon schwärmte, wie er mit Erfolg ,in seinen Farbtöpfen« gerührt habe, um seine Zuhörer zu entzücken. Gemeint ist der geplante Zugriff auf den Bilderreichtum der Sprache als Mittel, der Rede Glanz und Lebendigkeit zu verleihen, ihr so gleichsam Leben einzuhauchen. Was anderes aber ist Leben als die gesuchten psychophysischen Ereignisse? Und da sind wir bereits mitten im Leben« des Buches. Denn ob Erlebnisse oder Bilder, bei beidem handelt es sich um Elemente, die primär mit einer Aktivierung der rechten Gehirnhälfte einhergehen, also mit jenem synthetisierend arbeitenden Gebiet, das auch unsere Gefühlswelt beherbergt. Und hier liegt der entscheidende Angriffspunkt des Buches. Wenn nämlich - so fragen die Autoren - der Gefühlswert der Worte einen so großen Einfluß auf die Zuhörer hat, »was liegt dann näher, als beim Reden darauf zu achten, daß die rechte Gehirnhemisphäre des Zuhörers angesprochen wird? « In der Tat: Selten sind sie geworden, die erfrischenden sprachlichen Elemente in der politischen (und auch in der wirtschaftlichen) Landschaft jene Elemente mithin, die vor allem den rechten Teil des Gehirns ansprechen und die eine Rede spannend, vergnüglich und zuhörenswert machen. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß nun ein Buch auf dem Markt ist, das umfassend und kurzweilig an dieses Thema herangeht. Wir wünschen ihm viel Erfolg. Für den Förderkreis politische Rhetorik in der Bundesrepublik Deutschland: Rudolf Dreßler (MdB), Joschka Fischer (MdB), Dr Heiner Geißler (MdB)
Applaus! Thilo von Trotha, Präsident des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache, bringt den Lesern die Essentials der professionellen Redenvorbereitung nahe. Erfahren Sie: ::: Wie Sie die Botschaft festlegen ::: Wie Sie ein gutes Redemanuskript verfassen ::: Die Besonderheiten der unterschiedlichen Redetypen ::: Wie Anekdoten, Geschichten, Erlebnisse und Humor zu dosieren sind Mit zahlreichen kommentierten Redebeispielen. Thilo von Trotha ist ein Experte auf seinem Gebiet des Redenschreibens. Er verfasste sechs Jahre lang Reden für den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, für Führungskräfte aus Industrie, Handel und Wirtschaft. Umso irritierender ist sein vorgelegtes Praxisbuch zum Thema Reden professionell vorbereiten. Es beginnt hoffnungsvoll mit den Grundzügen einer guten Rede, die mit knappen Tipps gewürzt sind. Dann aber, im letzten Drittel, verliert der Ratgeber an Kontur. Statt eines Schlussresümés folgen Praxistipps im Schnelldurchlauf, Stilmittel für eine Laudatio, eine Motivationsrede, die Trauerrede und die Jubiläumsrede. Ohne diesen Bruch ist das Buch allerdings ein brauchbarer Einstieg in das Redenschreiben. Wobei manchmal Regeln für die einfache private Rede zur Familienfeier mit einer professionellen zu einem politischen Anlasses oder einer Firmenrede vermengt werden. Es wäre besser gewesen, wenn sich der Autor auf sein Spezialgebiet, die Politik und Reden für die Wirtschaft, konzentriert hätte. So pendelt von Trotha auf zwei Niveauebenen hin und her. Für alle aber lässt er verlauten: Reden schreiben ist erlernbar. Eine gute Vorbereitung soll die Angst vor dem öffentlichen Vortrag mildern. Von Trotha legt vier Koordinaten für die Vorbereitung zu Grunde. Die Rede muss auf die Zuhörer, den Redeanlass, die Position des Redners und die sachliche Einschätzung des Themas abgestellt sein. Als Stilmittel empfiehlt der Autor Metaphern (Bildsprache), Anaphern (der Anfang des Satzes wird der Anfang des nachfolgenden Satzes), Epiphoren (das letzte Wort des ersten Satzes wird am Ende des folgenden Satzes wiederholt), Anadiplosen (das letzte Wort des ersten Satzes steht am Anfang des folgenden Satzes) und die rhetorische Frage, auf die keine Antwort erwartet wird. Spätestens an dieser Stelle wird klar, dass sich der Verfasser an eine gebildete Leserschaft wendet, die anspruchsvolle Reden halten muss. Die nachfolgenden Ratschläge wie direkte Gegensätze, wechselnde Stimmlage, einfache Sätze, Wahrheit und Humor als Würze sind allerdings für alle Arten von Reden anwendbar. --Corinna S. Heyn
Für Journalisten ist professionelles Schreiben so wichtig wie der Schraubenschlüssel für den Schlosser. Was ihr oberster Sprachlehrer Wolf Schneider sagt, kann jeder nutzen, der professionell schreiben will -- und das funktioniert offenbar: Seine Lehrbücher sind Bestseller. Schneiders Werk Deutsch für Profis war noch flammendes Plädoyer, attackierte und argumentierte, erklärte und verteidigte die Absicht, überhaupt generelle Regeln für gutes Schreiben zu notieren. Doch das Buch wurde Pflichtlektüre in vielen Redaktionen. Und Wolf Schneider eine Institution. Seine jüngste Stilkunde konnte er aus der Sicherheit heraus schreiben, nicht mehr viel begründen zu müssen. Schneider verdichtete seine Lehre auf 50 Regeln. "Schlichte Wörter wählen", "Verben hofieren" oder "Hauptsätze ausreizen" lauten die Ratschläge, die er mit Beispielen aus Prosa und Lyrik belegt. Kampfschrift wider den Sprachschluder ist auch Deutsch fürs Leben, das abschreckende Beispiele, vornehmlich von renommierten Publikationen, vortrefflich vorführt. Ein lebendiges, nützliches und -- das darf man erwarten -- sprachlich brillantes Buch, um das niemand herumkommt, der professionell schreiben will. --Frank Rosenbauer Autorenporträt
1985 zum ersten Mal aufgelegt, hat das "Bändchen seinen Platz in der umfänglichen rhetorischen und journalistischen Ratgeberliteratur gefunden", wie es sein Autor bescheiden formuliert. Das nun erweiterte und 200 Seiten starke "Bändchen" ist mehr, ist schon ein kleiner Klassiker. Das mag daran liegen, daß dieses Buch eben kein typischer Ratgeber ist. Rhetorik-Professor Uebing kocht auf den äußerst informationsdichten Seiten kein gewöhnliches Rezeptbuch mit Merksprüchen und goldenen Regeln. Vielmehr entwickelt er vor theoretischem Hintergrund, mit Kronzeugen wie Cicero und Quintilian, eine Anleitung zur praktischen Rhetorik des Schreibens. Dabei umspannt der Autor das Thema weiträumig, bewegt sich beispielsweise von der Protokollnotiz über die "fünfgliedrige Disposition" bis zum Leitartikel. Das unterstützen viele Beispiele, die auch Ausnahmen von Regeln beschreiben und an sich schon das Lesen wert sind. Im Anhang finden sich Übungen und weiterführende Literatur. Dieses Buch bildet und gibt Rat auf angenehme Weise: analytisch, historisch und wenig aufdringlich. --Frank Rosenbauer
"Freunde, vernehmet die Geschichte": Woher kommt diese Redewendung? Ein Postillion sang sie vor zwei Jahrhunderten in einer französischen Oper. Aus dem Jahr 2002 hingegen stammt dieser überarbeitete Duden-Band -- und präsentiert mehr als 7.500 Zitate und Aussprüche. Und nicht nur das: Das modern gestaltete Handbuch verrät ausführlich, wo und wie die geflügelten Worte zum ersten Mal geflattert sind. Das ist interessant zu lesen. Und nützlich. Denn wer zitiert, beeindruckt. Aber wer weiß, wo die Aussprüche herkommen, beeindruckt umso mehr.
Denn nur durch viele informative Details wie diese kann sich ein Buch dieser Preisklasse behaupten. Zitatenbücher sind beliebte Wühltischware: Es gibt zehntausende von Zitaten zum Schleuderpreis. "Ach wie gut, dass niemand weiß..." --, dass sich der Duden bei diesem Band nicht bloß auf seinen renommierten Namen verlässt. Vielmehr springt dem Käufer hier höchste Güte entgegen. Statt einen großen Haufen Worte aufzuschütten, öffnet der Duden einen wirklichen Zitatenschatz, reich an Background, sprachlichen Bedienungshinweisen und historischen Bildern. Kurz nach der Seufzersammlung, unter A wie "Also sprach Zarathustra", sieht man beispielsweise das Cover von Nietzsches Buch "für alle und keinen", ganzseitig abgebildet im Original von 1908. Gleichwohl ist das Buch auf einem neuen Stand. Die zweite Neubearbeitung war nicht nur optischer Natur. "Und das ist auch gut so" -- die Offenbarung des Klaus Wowereit ist auch schon dabei, und die Duden-Redakteure weisen zudem darauf hin, dass die Medien den Satz manchmal mit, manchmal ohne "auch" zitiert haben. Verdreht an diesem Buch: sein Titel. Der müsste besser "Aussprüche und Zitate" lauten. Denn die Aussprüche nehmen doppelt so viel Raum ein wie die reinen Zitate von Adorno bis Zola, von Beckenbauer bis Wallraff. Nach Themen sortiert bilden sie einen kleinen, aber wahrlich feinen Anhang, worauf ein Personenindex folgt. Ein Stichwortverzeichnis und eine Gesamtübersicht der Aussprüche fehlen leider. Doch mit Hans Arndt und Seite 723 gesprochen: "An eine ungetrübte Freude glaubt nur der Neider." --Frank Rosenbauer Kurzbeschreibung
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